STIKO und G-BA

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STIKO und G-BA

Beitragvon admin » 17 Sep 2010, 14:01

Die neuen STIKO-Empfehlungen sind vom G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) noch nicht legitimiert worden. Das kann bedeuten, dass einige Kassen auf die noch fehlende Kostenübernahmeverpflichtung hinweisen. Unverständlicherweise gibt es anscheinend auch KV-en, die so verfahren und bis zur G-BA-Empfehlung für die neuen Impfempfehlungen keine Kassen-Abrechnung akzeptieren. In diesen Fällen muss bis zum G-BA-Beschluss ein privates Patientenrezept ausgestellt werden. Der Patient kann die Rezeptur mit der Rechnung bei seiner Kasse einreichen.
Dass die Verwaltungsbarrieren und die föderale Struktur immer wieder und auch in der Prävention zu solchen Handlungsweisen zwingen, ist unverständlich.
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Re: STIKO und G-BA

Beitragvon arno.grote » 21 Sep 2010, 12:17

Bravo!

Es freut mich, hier auch kritische Stimmen zu hören! Bin erst seit 4 Jahren niedergelassener Kinderarzt und bei ALLEN Patienten darauf angewiesen, VERBINDLICHE Anweisungen für die Impfung der Kassenpatienten zu erhalten. Die zunehmende Bürokratisierung ist nicht hinzunehmen... Die Zeit für Rückfragen bei der KV oder den Krankenkassen geht uns von der Zeit für die Patienten verloren !
Das ist zwar ein Allgemeinplatz, aber nicht hinzunehmen, das der Arzt Zunehmend Verwaltungsaufgaben bekommt.

Grüße aus Peine, A.Grote.
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Re: STIKO und G-BA

Beitragvon schroers » 15 Okt 2010, 12:29

Auf folgende Fakten sollte noch hingewiesen werden:

1. Der G-BA (gemeinsame Bundesausschuss) ist ein Gremium welches sich aus Vertreten der Kassen, der Apotheker und der Ärzteschaft zusammensetzt.Hier werden in erster Linie wirtschaftliche Aspekte gewichtet. Was Impfungen betrifft, werden meistens die STIKO-Empfehlungen als "erstattungspflichtig" festgelegt. Dann besteht eine Übernahmepflicht seitens der Kostenträger.

2. In Deutschland gibt es neben dem BMGS auch noch 16 weitere Gesundheitsministerien, bzw. Senate oder Staatskanzleien...Die wollen sich aus Berlin nichts vorschreiben lassen, sondern selber bestimmen, was zur Impfung empfohlen wird. Meistens stimmen die Landesempfehlungen mit den STIKO-Empfehlungen überein, weniger Empfehlungen gibt es jedenfalls nicht, da will auch niemand auf Landesebene Verantwortung übernehmen.

3. Es gibt Bundesländer, in denen es Empfehlungen gibt, die über denen der STIKO, bzw. der Verordnung des G-BA liegen: z.B. Sachsen, Baden Württemberg, Bayern u.a.

Aber Vorsicht: Die Landesempfehlungen sind durch den G-BA nicht autorisiert, eine Zahlungspflicht ist also nicht gesichert.

Inwieweit die Kostenübernahme durch Einzelverträge zwischen KV-en und Kassen abgesichert sind, muss im Einzelfall nachgefragt werden. Uns sind Fälle bekannt, in denen Patienten in Vorleistungen treten müssen. Individuelle Erstattungen finden dann meisten statt.

Bemerkung:
Inwieweit finanziell und/oder sozial schwache Familien sich oder ihre Kinder in solchen Fällen nicht impfen lassen, weil sie die Kosten nicht vorstrecken können, bleibt dahingestellt.
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G-BA folgt STIKO weitgehend

Beitragvon schroers » 25 Nov 2010, 11:25

Quelle: Impfbrief-online

G-BA folgt STIKO weitgehend

Ausnahme bei Influenza-Impfung für bei neurologischen Indikationen

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom Sommer 2010 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) weitestgehend übernommen. Eine Ausnahme macht die Influenza-Empfehlung. Die STIKO erweiterte die Indikationsimpfungen um "chronische neurologische Krankheiten, z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben". Der G-BA beurteilte die sieben in der Begründung aufgeführten Quellen als nicht ausreichend als Begründung, um chronische neurologische Krankheiten pauschal als Indikation aufzuführen (siehe hier >>>.
Tumore, Aufmerksamkeits-Defizits-Hyperaktivitätssyndrome, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen würden ebenfalls zu den neurologischen Krankheiten zählen, seien jedoch in den angeführten Literaturstellen nicht mit genannt. Zudem würde für neurologische Erkrankungen keine einheitliche Klassifizierung existieren. Der G-BA hat deshalb entschieden, die Empfehlung der STIKO insofern einzuschränken, dass nur solche chronischen neurologischen Erkrankungen in die Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen werden, die zu respiratorischen Einschränkungen führen können.
Die Bundesärztekammer begrüßte in ihrer Stellungnahme vom 3. September 2010 diese Einschränkung des G-BA.
Dr. med. Hans-Jürgen Schrörs
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